Immobilienbeteiligung als Kapitalanlage

Aktuell sind die Zinsen für Sparbücher oder Tagesgeldkonten nicht sehr hoch, daher suchen Investoren nach anderen Möglichkeiten, ihr Kapital gewinnbringend anzulegen.

Eine dieser Möglichkeiten ist die Immobilienbeteiligung. Wer eine Immobilie als Kapitalanlage in Betracht zieht, dem stehen verschiedene Varianten zur Auswahl.

Was versteht man unter einer Immobilienbeteiligung?

Von einer Immobilienbeteiligung ist immer dann die Rede, wenn Kapital in eine Immobilie investiert wird. Dabei kann der Anleger zwischen verschiedenen Varianten bzw. Anlageformen wählen.

Ziel der Kapitalanlage in Immobilienbeteiligungen ist neben der Erwirtschaftung einer lohnenswerten Rendite häufig auch die Risikostreuung.

Für viele Anleger stellt sie eine attraktive Alternative zum Erwerb einer eigenen Immobilie als Kapitalanlage dar.

Bild Exporo

Welche Formen der Immobilienbeteiligung gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten der Immobilienbeteiligung. Dabei besteht das Ziel stets darin, durch das Investieren in Immobilien eine angemessene Rendite zu erwirtschaften.

Interessierte haben dazu die Möglichkeit, wenn sie in folgender Weise ihr Geld investieren:

  • Kauf oder Bau einer Immobilie
  • Investition mithilfe von Crowdinvesting
  • Beteiligung an Immobilienfonds
  • Kauf von Aktien

Neubau oder Kauf

Die aufwändigste Variante einer Immobilienbeteiligung ist der eigenständige Bau oder Kauf einer Immobilie. Was für eine Immobilie gebaut oder gekauft werden soll, hängt sehr stark davon ab, ob man selbst in ihr leben möchte oder ob sie durch die Vermietung eine Rendite erwirtschaften soll.

Soll der Kauf einer Immobilie mithilfe einer Fremdfinanzierung lohnenswert sein, müssen natürlich die Einnahmen durch die Mieten höher ausfallen, als die Raten an die Bank.

Crowdinvesting

Crowdinvesting ist eine noch nicht ganz so alte Form der Immobilienbeteiligung. Auf speziellen Plattformen im Internet können sich Interessierte zu verschiedenen Immobilienprojekten informieren und ihr Geld in solche Projekte stecken. Im Gegenzug wird das investierte Kapital mit bis zu 7 % verzinst.


Plattform Immobilieninvestments

Immobilienfonds

Die einfachste Methode ist die Immobilienbeteiligung mithilfe von speziellen Fonds. Diese verwenden das Kapital der Anleger, um selbst in Immobilien zu investieren. Durch das meist breit gestreute Portfolio der Fondsgesellschaften besteht ein geringeres Verlustrisiko.

Was bei der Beteiligung an einem Immobilienfonds ebenfalls wegfällt, ist der Verwaltungsaufwand für den Investor. Zwar liegt bei einer solchen Immobilienbeteiligung die Rendite unter der von anderen Beteiligungsformen, allerdings liegt sie immer noch über den Guthabenzinsen von Tagesgeldkonten oder Sparbüchern.

Aktien

Eine weitere Alternative ist der Kauf von Aktien, wobei hier vor allem die von börsennotierten Unternehmen im Fokus stehen. Dabei handelt es sich meistens um sogenannte REITs (Real Estate Investment Trusts) oder um Immobilien AGs. Durch den Kauf solcher Aktien wird man Mitinhaber und profitiert von den jährlichen Dividenden beziehungsweise von dem steigenden Aktienkurs.

Welche Vorteile bieten Immobilienbeteiligungen?

Verglichen mit dem Direktinvestment - also dem Kauf oder Bau einer eigenen Immobilie - bieten Immobilienbeteiligungen einige Vorteile.

Zu diesen gehört vor allem die Möglichkeit zur Risikostreuung.

Durch die Kapitalanlage in verschiedene Finanzprodukte (Diversifikation) kann der Anleger beispielsweise vermeiden, dass sein Portfolio bereits durch den leerstandsbedingten Ausfall einer Miete oder die Kosten für mögliche Renovierungen unprofitabel wird.

Eine gut ausbalancierte Anlagestruktur bzw. das Vermeiden eines sogenannten Klumpenrisikos bewirkt langfristig die Senkung der Gesamtrisiken für das eigene Anlage-Portfolio.

Immobilienbeteiligung

Zudem ist die Mindestanlagesumme bei Immobilienbeteiligungen wie dem Crowdinvesting verglichen mit der für den Hauserwerb notwendigen Summe eher gering.

  • Auch wenn sich die Anlage in Immobilienbeteiligungen mehr und mehr Beliebtheit erfreut, sollten Investoren stets auf ein ausgeglichenes Risiko-Rendite-Verhältnis achten.

Risiken einer Immobilienbeteiligung

Eine Investition in Immobilien gilt als relativ sichere Geldanlage und kann eine sehr gute Rendite nach sich ziehen. Vorsicht sollten man aber dennoch walten lassen. Gerade bei Crowdinvestings kann einiges schiefgehen.

Beispielsweise kann ein Bauprojekt durch fehlende Genehmigungen, Klagen von Anwohnern oder auch fehlendes Kapital ins Stocken geraten. Zudem kommt es vor, dass sich Immobilien trotz guter Lage und erstklassiger Ausstattung aufgrund von Wirtschaftskrisen nicht verkaufen lassen.

Skeptisch sollte man gegenüber einer Immobilienbeteiligung sein, bei der einem exorbitant hohe Renditen versprochen werden. Solche Projekte sind allzu oft unseriös und erweisen sich nicht als Gelddruckmaschinen, sondern als Fässer ohne Boden.

5 Fakten zur Immobilienbeteiligung

1) Als Immobilienbeteiligung bezeichnet man verschiedene Arten von Investitionen in Immobilien.
2) Man unterscheidet zwischen passiven und aktiven Immobilienbeteiligungen.
3) Ziel der Immobilienbeteiligung ist das Erzielen einer angemessenen Rendite.
4) Durch das Investieren in verschiedene Finanzprodukte kann das Klumpenrisiko verringert werden.
5) Die Mindestanlagesumme für Beteiligungen liegt i.d.R. unter der notwendigen Summe für Direkterwerb.

Häufige Fragen

Welche Arten von Immobilienbeteiligungen gibt es?

Neben dem direkten Erwerb eines Hauses (mittels Eigenkapital und zusätzlicher Bankenfinanzierung), können Anleger sowohl in offene oder geschlossene Immobilienfonds als auch in Crowdinvesting-Projekte, Immobilienaktien oder Immobilien-ETFs investieren.


Wie riskant sind Immobilien-Investments?

Wie riskant das Investment in eine Immobilie ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, sondern hängt stark von der gewählten Form der Immobilienbeteiligung ab. Auch der Standort der Immobilie spielt mit Hinblick auf die mögliche Rendite eine wichtige Rolle. Anleger sollten sich vor der Entscheidung für eine Immobilienbeteiligung umfassend informieren und die Seriosität der verschiedenen Anbieter überprüfen.


Kann man als privater Anleger in eine Immobilienbeteiligung investieren?

Ja, grundsätzlich können privater Anleger in verschiedene Formen von Immo-Beteiligungen investieren. Allerdings sollte man auch bei geringeren Mindestanlagesummen das Risiko-Rendite-Verhältnis gründlich abwägen und sich im Voraus umfassend informieren.


Quellen

Schickentanz, Chris-Oliver: Einfach richtig Geld verdienen mit Grundlagen der Börse »
Brunner, Marlies: Kapitalanlage mit Immobilien: Produkte - Märkte - Strategien »

zuletzt aktualisiert am 24.07.2020