Nettorendite bei Immobilien

Viele investieren ihr Geld in Immobilien, um sich durch die Mieteinnahmen eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften. Die Frage bei solchen Investitionen ist jedoch, ob sich die Geldanlage wirklich lohnt.

Dies findet man am ehesten heraus, indem man die Nettorendite berechnet. Dafür gibt es eine einfache Formel. Bevor man sein Geld in eine Immobilie investiert, sollte man diese genauer betrachten und auf die für einen Kauf oder eine Beteiligung wichtigen Regeln achten.

Was versteht man unter Nettorendite?

Unter der Nettorendite verstehen Finanzexperten den tatsächlich erwirtschafteten Reingewinn, der nach Abzug sämtlicher Kosten und Steuern, die durch die Immobilie verursacht werden, übrig bleibt. Wer also die Nettorendite berechnen möchte, der muss nicht nur die Höhe der Bruttorendite kennen, sondern auch die verschiedenen Kostenfaktoren, die man abziehen muss.

Dies sind beispielsweise:

  • Verwaltungskosten
  • Kaufnebenkosten
  • Instandhaltungskosten

Erst wenn alle Aufwendungen von der Bruttorendite abgezogen wurden, ergibt sich daraus die Nettorendite und damit der Jahresreingewinn, wie diese Form der Rendite auch genannt wird.

Die Berechnung der Nettorendite

Zunächst benötigt man zur Berechnung der Rendite den Kaufpreis inklusive Kaufnebenkosten, den man in einer Beispielrechnung auf 220.000 € festsetzen könnte. Außerdem spielen die jährlich eingenommene Nettokaltmiete sowie die schon erwähnten Verwaltungs- und Instandhaltungskosten eine große Rolle.

Sind all diese Beträge bekannt, verwendet man in einem ersten Schritt folgende Formel:

Nettokaltmiete (jährlich) - Verwaltungskosten - Instandhaltungskosten = Jahresreinertrag

Beispiel: 12.000 € - 800 € - 1.200 € = 10.000 €

Mit der Berechnung des Jahresreinertrages hat man den noch fehlenden Wert, um in einem zweiten Schritt die Nettorendite zu ermitteln. Auch hierfür kann eine einfache Formel verwendet werden:

Jahresreinertrag / Investitionskosten x 100 = Nettorendite

Beispiel: 10.000 € / 220.000 € x 100 = 4,5 %

Ab wann ist eine Nettorendite lohnenswert?

Betrachtet man die Zinsen, die momentan (Stand 2018) für Guthaben auf Tagesgeldkonten oder Sparbüchern angeboten werden, so wird deutlich, dass eine Nettorendite von 4,5 % jährlich durchaus ein ansehnlicher Wert ist.

Nicht lohnenswert wäre eine solche Investition, wenn die Aufwendungen den Ertrag übersteigen würden. In diesem Fall wäre die Geldanlage ein Geschäft, bei dem man nichts verdient, sondern noch Geld ausgeben müsste.

Mit welchen Immobilien ist eine gute Nettorendite möglich?

Eine adäquate Nettorendite lässt sich vor allem mit Immobilien erwirtschaften, die bestimmte Kriterien erfüllen.

Zu diesen gehören hauptsächlich folgende Eigenschaften:

  • Lage muss erstklassig sein
  • Qualität der Immobilie sollte gut sein
  • Kaufpreis darf nicht zu hoch sein
  • Renditeversprechen sollte seriös sein

Wenn eine Immobilie diese Kriterien erfüllt, besteht eine gute Chance, dass man durch den Kauf ein Geschäft tätigt, dass sich schnell amortisiert und letztlich eine angemessene Nettorendite abwirft.

  • Man sollte sich vor Angeboten mit vollkommen überzogenen Versprechungen zu möglichen Renditen hüten. Solche Versprechen sind meist Anzeichen dafür, dass ein Kauf dieser Immobilie genau in die andere Richtung führen würde. Die Prüfung jedes Angebots durch einen Experten ist ratsam.

Quellen

Platz, Jürgen: Immobilien-Management: Prüfkriterien zu Lage, Substanz, Rendite »
Sartor, Franz J. / Keller, Helmut: Wohnwirtschaftliche Immobilienfinanzierung: Praxisleitfaden für Immobilieninvestoren »